DAS KONZEPT VON
KREATIV MACHT STARK

Kreativität beinhaltet Lebensfreude und Freiheit – sie ist eine unserer wichtigsten Ressourcen. Es ist unserer Seele ein Grundbedürfnis sich kreativ auszudrücken. Außerdem ist der kreative Ausdruck ein wichtiger Weg, das eigene Innere zu entdecken und seinen Gefühlen eine Form zu geben. Kreativ sein macht stark!
Leider geht es in unserer Gesellschaft fast nur noch ums Funktionieren und Leisten. Kreativität hat zu wenig Platz. Dabei können besonders Kinder und Jugendliche, wenn sie bewußt lernen sich individuell auszudrücken, ihr ganzes Leben von dieser Kraftquelle zehren.

Die praktische Umsetzung
In einem Raum der Sicherheit und des Vertrauens darf das auftauchen, was gerade gefühlt wird: Zum Beispiel Traurigkeit, Angst oder Wut. Die Förderung der individuellen Kreativität ist dabei ausschlaggebend für das Verarbeiten von Erlebtem und für die Entwicklung von Konzentration, innerer Stärke und Selbstvertrauen – besonders und gerade in schwierigen Lebenssituationen. Mit einer sensiblen Begleitung erleben die Teilnehmer Nähe als positiv und unterstützend. Wir erzählen, zeichnen, malen oder bauen Fantasiegebilde aus Ton in Einzel- und/oder Gruppenbegleitung.

 

2013 – 2015

KREATIVES GESTALTEN
IM HOSPIZ

Das Projekt fand statt im Hospiz Advena in Wiesbaden-Erbenheim. Dort stand damals ein Kreativraum mit großem Tisch zur Verfügung. Hier wurde mit Schwerstkranken, die noch mobil waren, Kunst gemacht, sowie mit trauernden Kindern und Jugendlichen, die sich von ihren schwerstkranken Eltern und Verwandten verabschieden mussten, kreativ gearbeitet.

mit Schwerstkranken
Was gerade eben noch gut und richtig ist, kann im nächsten Moment schon viel zu viel sein. Achtsamkeit und Flexibilität sind Voraussetzung für die Arbeit mit Sterbenden. Gearbeitet wurde meist direkt am Bett mit Malerei oder Softton.

mit trauernden Kindern und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche trauern anders: Dort wo manche Erwachsene in einem See der Trauer schwimmen, da springen Kinder von Trauerpfütze zu Trauerpfütze und zwischendurch ist die Welt in Ordnung. Jugendliche haben in der Zeit der Pubertät und Abgrenzung einen ganz individuellen Umgang mit ihrer Trauer und mit den widersprüchlichsten Gefühlen zu kämpfen: Neben der Traurigkeit kommen da oft heftige Wut, Verzweiflung, Hass, Scham- und Schuldgefühle, oder auch Selbstmordgedanken an die Oberfläche. 
Die Kreativität wurde als verbindendes Element genutzt: Im Rollenspiel, beim Handyfilm drehen, beim Malen und Zeichnen, oder beim Spielen wurden Gefühle ausgedrückt, gespiegelt und verarbeitet.

2015 – 2020

WÖCHENTLICHES 
SCHULPROJEKT

Das Projekt fand mit Schüler*innen der Riehlschule Wiesbaden in den Gemeinderäumen der Oraniergedächtniskirche statt. Die Künstlerin Renate Reifert hatte die Idee dazu und kümmerte sich um die Rahmenbedingungen. In Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen der Deutschklassen, durften jedes Schuljahr neue Schüler am Projekt teilnehmen.

mit Schüler*innen, die neu in Deutschland sind
Integration statt Isolation
Kann man einem Menschen ein größeres Geschenk machen, als ihn so anzunehmen, wie er ist? Ihn in seiner Andersartigkeit und seiner Gefühlswelt ernst zu nehmen und ihm zu zeigen: Schön, dass du da bist!
Integration ist mehr als die bürokratische Eingliederung von Menschen in die Gesellschaft: Sie passiert im Alltag im zwischenmenschlichen Umgang miteinander und jeder kann seinen Teil dazu beitragen. Das Projekt „kreativ macht stark!” war der Teil, der von uns seit Januar 2016 zur Integration beigetragen wurde: Schüler/innen, die neu in Deutschland sind, werden in ihrer persönlichen Entwicklung begleitet und unterstützt. Sie erfahren durch künstlerische Methoden eine Möglichkeit, ihre Gefühle und Gedanken auszudrücken sowie schlimme Erlebnisse zu verarbeiten.

2020

STORYTELLING WORKSHOP

REISE IN EIN NEUES LAND

Das Leben ist eine Reise. Wir können nicht immer bestimmen, wo sie lang geht und manchmal sind es steinige Wege, gefährliche Stromschnellen oder hohe Berge, die wir bezwingen müssen. Glaubst du auch daran, dass uns diese Wege stärker machen? Wir glauben sogar, dass tief in uns viele Schätze verborgen liegen, die es zu heben lohnt. 

Reist du mit uns in ein neues Land?
Gemeinsam reisen wir zu unseren Ressourcen in die Vergangenheit und bringen sie mit in die Gegenwart für eine buntere Zukunft. Dabei sind wir in kreativem Austausch mit uns selbst, der Gruppe und den Storymentorinnen.

Kreatives Gestalten biografischer Erlebnisse mit Storytelling
An drei Wochenenden werden die 14 Schritte der Heldenreise und verschiedene kreative Methoden kennengelernt. Die eigene Heldenreise wird durch Schrift, Wort, Bild, oder Form gestaltet. Wir teilen unsere Erlebnisse in der Gruppe und entwickeln unseren kreativen Output ständig weiter.

Erleben macht uns lebendig. Kreativ sein erfüllt uns. Weitergeben stiftet Sinn. 
Deine Geschichte zählt, denn deine Geschichte gestaltet unsere
gemeinsame Zukunft mit. Und die Zukunft ist bunt!

In Kooperation mit Kristine Tauch
Unterstützt von der Landeshauptstadt Wiesbaden
Vortreffen: 29.08., 15 Uhr
Termine: 26. – 27.09. | 10. – 11.10. | 24. – 25.10.2020
Ort: Kinderzentrum Wellritzhof, Wellritzstraße 21, 65183 Wiesbaden
Teilnahme kostenfrei – Plätze begrenzt.
Hier anmelden & mitmachen!
zum PDF

WER STECKT DAHINTER?

Corinna Leibig ist studierte Designerin, Autorin und Illustratorin, sowie Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche. Sie hat das Konzept entwickelt und setzt es in den verschiedenen Einrichtungen, in Workshops und Seminaren um.
corinnaleibig.de

„Ich glaube, dass besonders jungen Menschen ein frühstmöglicher Zugang zu ihrer Kreativität hilft, später das Leben mit seinen Höhen und Tiefen zu meistern. Ich glaube, dass die Förderung der individuellen Kreativität besonders in schwierigen Lebenslagen – wie bei Trennung, Krankheit oder Tod einer Bezugsperson – ausschlaggebend für die Entwicklung von Resilienz ist. In dem Projekt kreativ macht stark begleite und unterstütze ich Kinder in schwierigen Lebenssituationen mit kreativen Methoden, damit sie lernen mit ihren Gefühlen konstruktiv umzugehen, ihnen eine Form zu geben, sowie eigene Schutzfaktoren zu entwickeln.” Corinna Leibig

Interview bei www.leuchtturm-eltern.de

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